Allgemeine Nutzungs- und Geschäftsbedingungen
Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2026
1. Gegenstand
Diese Bedingungen regeln den Zugang zum sowie die Nutzung des Dienstes Vigilae (der „Dienst"), der von der SAS Vigilae (dem „Anbieter") betrieben wird, durch jeden zur Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung verpflichteten Berufsträger (den „Kunden" oder „Nutzer").
2. Annahme
Die Erstellung eines Kontos, die Eingabe eines Zugangscodes oder die Nutzung des Dienstes gilt als vollständige und vorbehaltlose Annahme dieser Bedingungen.
3. Beschreibung des Dienstes und Grundprinzip
Vigilae ist ein Werkzeug zur Unterstützung der Compliance im Bereich der Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung: Anlegen einer Sorgfaltsakte je Kunde oder Vorgang, Dokumentenextraktion, Identifizierung der wirtschaftlich Berechtigten, deterministische Risikobewertung, Abgleich mit Sanktions-, Vermögenseinfrierungs- und PEP-Listen, Vorbereitung der Verdachtsmeldung und Zusammenstellung einer versiegelten Beweisakte.
Grundprinzip: Die KI nimmt wahr, die Engine klassifiziert, der Berufsträger entscheidet und meldet. Der Dienst bereitet vor, strukturiert, gleicht ab und protokolliert. Der Nutzer bleibt allein entscheidungsbefugt und allein meldepflichtig gegenüber der zentralen Meldestelle (FIU). Der Dienst ersetzt weder die Analyse noch die Entscheidung noch die Meldung des Nutzers. Es erfolgt keine automatische Übermittlung an die zentrale Meldestelle (FIU) durch den Dienst.
4. Pflichten des Nutzers
Der Nutzer bleibt allein verantwortlich für die Einhaltung seiner gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Pflichten. Insbesondere entbindet der Dienst den Nutzer nicht davon:
- seine schriftliche Risikoklassifizierung (Risikoanalyse) zu erstellen und aktuell zu halten (Art. L.561-4-1 CMF);
- einen Verantwortlichen für die Umsetzung des Systems zur Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung zu benennen;
- die Schulung seines Personals sicherzustellen;
- das Risiko zu bewerten, über die Aufnahme oder Nichtaufnahme einer Geschäftsbeziehung zu entscheiden und einen Verdacht zu melden, wenn die Voraussetzungen des Art. L.561-15 CMF erfüllt sind;
- unverzüglich die Maßnahmen zur Vermögenseinfrierung anzuwenden, unabhängig vom Betrag;
- die Vertraulichkeit der Verdachtsmeldung zu wahren (Art. L.561-18 CMF).
Der Nutzer verpflichtet sich, zutreffende Angaben zu machen, seine Zugangsdaten zu schützen und den Dienst im Einklang mit den anwendbaren Vorschriften zu nutzen.
5. Konten und Zugang
Der vollständige Zugang zum Dienst setzt die Erstellung eines Kontos und gegebenenfalls die Eingabe eines gültigen Zugangscodes voraus. Eine Demonstration im Beobachtungsmodus kann angeboten werden. Der Nutzer ist für die Vertraulichkeit seiner Zugangsdaten und für die über sein Konto vorgenommenen Handlungen verantwortlich.
6. Preise und Zahlung
Die geltenden Angebote und Preise sind auf der Seite Preise dargestellt (Preise verstehen sich zzgl. Steuern). Der Dienst wird im Abonnement (monatlich oder jährlich je nach gewähltem Angebot) bereitgestellt und ist im Voraus zahlbar — per Kreditkarte über einen sicheren Zahlungsdienstleister oder per Überweisung bei Angeboten nach Kostenvoranschlag. Sofern keine Kündigung unter den Bedingungen von Artikel 10 erfolgt, verlängert sich das Abonnement stillschweigend um weitere aufeinanderfolgende Zeiträume gleicher Dauer. Jede Preisänderung wird mindestens 30 Tage vor ihrem Inkrafttreten mitgeteilt, wobei es dem Nutzer freisteht, vor diesem Zeitpunkt zu kündigen. Vorbehaltlich zwingender anderslautender Bestimmungen sind für einen bereits begonnenen Zeitraum gezahlte Beträge nicht erstattungsfähig.
7. Haftungsbeschränkung
Kein Werkzeug kann eine vollständige Compliance oder das Ausbleiben einer Sanktion garantieren. Der Dienst stärkt die Beherrschung, die Nachvollziehbarkeit und die Schnelligkeit des Vorgehens zur Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung, doch die aufsichtsrechtliche Verantwortung verbleibt beim Nutzer. Der Anbieter kann nicht für die vom Nutzer getroffenen Entscheidungen, für eine unterlassene Meldung, für eine fehlerhafte Anwendung der Maßnahmen oder für die Folgen unzutreffender oder unvollständiger, vom Nutzer bereitgestellter Angaben haftbar gemacht werden. Der Anbieter schuldet lediglich eine Bemühungspflicht. Seine Haftung, aus welchem Grund auch immer, ist auf die tatsächlich vom Nutzer während der zwölf (12) Monate vor dem schadensbegründenden Ereignis gezahlten Beträge begrenzt und schließt indirekte Schäden (Betriebs-, Daten-, Umsatz- oder Imageverluste) aus, vorbehaltlich zwingender gesetzlicher Bestimmungen.
8. Verfügbarkeit und Wartung
Der Anbieter setzt angemessene Mittel ein, um die Verfügbarkeit des Dienstes sicherzustellen, ohne eine Gewähr für die Unterbrechungsfreiheit zu übernehmen. Geplante oder außerordentliche Wartungsarbeiten können zu vorübergehenden Unterbrechungen führen; geplante Unterbrechungen werden nach Möglichkeit im Voraus angekündigt. Für bestimmte Angebote kann ein erweitertes Serviceniveau (SLA) unter den Bedingungen des entsprechenden Vertrags vorgesehen werden.
9. Geistiges Eigentum und Daten
Der Dienst, seine Komponenten und die Marke bleiben Eigentum des Anbieters. Der Nutzer behält das Eigentum an und die Verantwortung für die von ihm eingestellten Daten. Die Verarbeitung personenbezogener Daten richtet sich nach der Datenschutzerklärung und gegebenenfalls nach einem Auftragsverarbeitungsvertrag (DPA).
10. Laufzeit, Kündigung, Rückgabe
Der Vertrag tritt mit dem Abschluss für die gewählte Dauer in Kraft und verlängert sich gemäß Artikel 6. Jede Partei kann ihn zum Ablauf des laufenden Zeitraums unter Einhaltung einer angemessenen Frist kündigen oder im Falle einer schwerwiegenden, nach Mahnung nicht behobenen Vertragsverletzung der anderen Partei. Bei Vertragsende kann der Nutzer seine Daten während dreißig (30) Tagen exportieren; danach nimmt der Anbieter deren Löschung aus seinen aktiven Systemen vor. Es obliegt dem Nutzer, in seiner Eigenschaft als Verantwortlicher, die von ihm exportierten Sorgfaltsdaten während der gesetzlichen Dauer von fünf (5) Jahren aufzubewahren, die die Vorschriften zur Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsbekämpfung vorschreiben (Art. L.561-12 CMF).
11. Anwendbares Recht und Streitigkeiten
Diese Bedingungen unterliegen dem französischen Recht. Jede Streitigkeit wird, sofern keine gütliche Beilegung erreicht wird, den zuständigen Gerichten am Sitz des Anbieters vorgelegt, vorbehaltlich zwingender gesetzlicher Vorschriften.
12. Kontakt
Bei Fragen: contact@vigilae.org.